Krähenbejagung

Krähenjagdt mit Lockkrähen

Bei dieser modernen Art der Lockjagd wird grundsätzlich zwischen zwei
Grundbildern unterschieden – dem freundlichen und dem feindlichen.

Um das „feindliche“ Lockbild herzustellen, wird bspw. ein
geschossener Fuchs ins Feld gelegt und einige Lockkrähen um den
Rotrock platziert. Mit dieser Methode lassen sich zuverlässig einige
Krähen schiessen – wenn auch nur für kurze Zeit. Krähen
„riechen“ den Braten schnell und werden das „feindliche“
Lockbild schon bald nicht mehr anfliegen.

Somit ist es naheliegend, sich vorzugsweise mit dem „freundlichen“
Lockbild zu befassen und weil die Schwarzfedrigen bekanntlich
gefrässige Gesellen sind, gaukelt man ihnen eine interessante
Nahrungsquelle vor, indem man Lockkrähen im Grünland oder Acker
platziert.

Die Frage: Wie viele Lockkrähen braucht es dazu? – ist schnell
beantwortet. Je mehr desto besser, umso stärker die Wirkung. 10 bis
15 Stück sind das Minimum, 30 wären natürlich besser – zu viele
können es nie sein!

Um bei den schwarzen Räubern überhaupt zum Zuge zu kommen, sollten
unbedingt einige Punkte beachtet werden:

  • Am Tag vor der Jagd sollte man nach grossen Krähenansammlungen suchen, vorzugsweise bei gemähten Wiesen und frisch umgefahrenen Äcker. Ist man fündig geworden, in Ruhe den Platz bestimmen, wohin der Tarnschirm gestellt werden soll.
  • Hecken sind ungeeignet – man sieht die Schwarzen zu spät. Ebenfalls ungeeignet sind Waldränder und Baumgruppen, Bäume sind ein idealer Landeplatz für die schlauen Schwarzen, um sich in aller Ruhe das Lockbild anzuschauen. Der beste Platz für eine effektive Krähenjagd ist somit die Feldmitte.
  • Mindestens 1 bis 2 Stunden vor Dämmerung sollte man am Platz sein und für eine  erfolgreiche Jagd ist ein perfekt getarnter Schirm und „Tenue Volltarnung“ unerlässlich – dasselbe gilt auch für Gesicht, Kopf, Hände und Waffe. Eine gute Tarnung ist das A und O!
  • Ist der Schirm aufgestellt, können Lockkrähen in Flintenschussdistanz aufgestellt werden, wobei die Windrichtung unbedingt berücksichtigt werden muss, denn Krähen landen immer gegen den Wind!
  • Danach sollte der Jäger unverzüglich in Deckung gehen und im Schirm aufs erste Licht und die Schwarzen warten. Steht ein Apportierhund zur Verfügung, spricht nichts dagegen, ihn mit in den Schirm zu nehmen.
  • Schnell und lautlos kommen die Vögel angeflogen, doch erst wenn sie auf Schussdistanz sind die Waffe anschlagen und schiessen. Ideal und am einfachsten ist dabei der Schuss von vorne. Erlegte Krähe sollten unverzüglich eingesammelt werden, ansonsten wird keine mehr in Schussnähe anstreichen.

Der Jagderfolg kann noch gesteigert werden, indem man mit Lockern arbeitet, Wachkrähen auf Bäume platziert und als i-Tüpfelchen sich eines Krähenkarussells bedient. Dieses Gerät besteht aus einer batteriebetriebenen Motoreinheit mit federnden

Drahtarmen und ebenso vielen Attrappen, die sich jedoch nicht gleichmässig im Kreis, sondern immer nur ruckweise ein kleines Stück bewegen. Durch die abrupten Unterbrechungen pendeln die Lockkrähen hin und her und schwingen etwas auf und ab – dieses „lebendige“ Bild ergibt eine hohe Lockwirkung.

Die Krähenjagd kann alleine erfolgen oder zu zweit, was natürlich die „Feuerkraft“ entsprechend erhöht.

Wichtig ist, dass niemals an zwei Tagen am selben Platz gejagt wird, zudem sollte man sich stets diese Worte vor Augen haben:

Gib den Krähen keine Gelegenheit sich schlau zu machen!

Grundbejagungsmöglichkeiten

Einzelabschuss mit Kugel:

Waffe: Kugelbüchsen im hochvergrössertem Zielfernrohr, evt. mit Zweibein versehen.
Kaliber: 22 Mag / 22 Hornet / 222 Rem / 223 Rem / 22-250 / 243 usw.
Vorteile: Ausser der Waffe wird keine zusätzliche Ausrüstung benötigt.
Nachteile: Mit dieser Jagdmethode wird die Krähenstrecke besenfalls mit einem Tropfen auf den heissen Stein zu vergleichen sein. Vielleicht gelingt es eine Krähe zu schiessen, aber mit dem ersten Schuss macht man sämtliche in der Nähe sitzenden Artgenossen schlau. Krähen sehen äusserst gut, erkennen den Jäger mit der Waffe – resp. sein Auto – schon von Weitem, was die Fluchtdistanz um ein Mehrfaches erhöhen wird. Man wird sich also mit wenigen erlegten Krähen zufrieden geben müssen und dies bringt keinen nennenswerten Einfluss auf den Bestand.
Gefahren: Da man mit schneller, evt. sogar mit Hochgschwindigkeitsmunition jagt, ist die Hintergrundgefährdung immer im Auge zu behalten. Immer nur auf am Boden sitzende Krähen schiessen, damit ein Kugelfang gewährleistet ist.

Fangen mit der Krähenfalle:

Falle: Grossraumfalle für mehrere Krähen.
Vorteile: Unter idealen Voraussetzungen können mehrere Krähe ohne Schiesslärmemission gefangen werden. Speziell geeignet für bewohnte Gebiete, wo nur schwer oder gar nicht geschossen werden kann oder darf.
Nachteile: Nur fangwirksam in der nahrungsarmen Zeit, ansonsten bleiben die Fänge eher bescheiden. Zudem muss die Fall täglich kontrolliert werden, da sich das Verständnis der Bevölkerung für die Fallenjagd meistens in Grenze hält.

Jagd mit dem Uhu:

Aus tierschutzrechtlichen Gründen ist die Jagd mit dem lebenden Uhu nicht mehr möglich. Künstliche Uhus haben eine sehr bescheidene Lockwirkung und dies höchstens auf unerfahrene Jungkrähen im August und September.

Jagd mit künstlichen Lockkrähen und Krähenlocker:

Waffe: Schrotflinte. Ideal Selbstladeflinte Kal. 20 / 16 / 12. Da Krähen sehr schusshart sind, ist Schrotstärke 3 – 3,2 mm ideal
Vorteile: Mit dieser Jagdmethode können sehr grosse Strecken erzielt werden. Je nach Population 20 – 40 Krähen in ca 2 Stunden, resp. einige Hundert im Jahr. Die Bejagung ist das ganze Jahr über möglich.
Nachteile: Ohne eine relativ grosse und teure Ausrüstung wird sich kaum Erfolg einstellen.